Eine Einführung für Interessierte
Zhen Jhu: (chinesisch für Akupunktur) heißt wörtlich übersetzt - das Stechen und das Brennen
Akupunktur: (lateinisch) von acus - Nadel und pungere - stechen
Nach einer Definition von De la Fuye ist Akupunktur - "der Einstich mit einer Nadel an einem genau festgelegten Hautpunkt, der spontan- oder druckschmerzhaft sein kann, bei funktionellen und reversiblen Erkrankungen oder Störungen zu diagnostischen und/oder therapeutischen Zwecken".
Wichtig: Die Akupunktur kann wohl bei Störungen, nicht aber bei Zerstörungen wirksam eingesetzt werden.
Wie wirkt Akupunktur und was ist ein Akupunkturpunkt?
Wissenschaftlich erwiesen sind folgende Wirkungen:
- Einfluß auf die Freisetzung körpereigener Substanzen wie Endorphine, Serotonin und Cortison.
- Wirkung direkt auf die Blutzirkulation.
- Aktivierung gefäßaktiver Substanzen.
- Wirkung auf muskelaktive Substanzen.
- Wirkung auf das Immunsystem.
Wissenschaftlich bewiesen ist auch:
- der Akupunkturpunkt ist nach neuesten feingeweblichen Untersuchungen durch Prof. Heine von
der Universität Herdecke gar kein Punkt, sondern ein Loch. Ein Loch an den Stellen, wo ein
spezifisches Gefäß-Nervenbündel von 5-7mm Durchmesser die den Menschen umgebende Binde -
gewebshülle durchbricht und das der Versorgung der uns umgebenden Haut dient.
Dies gilt für 82% der klassischen Akupunkturpunkte
- am Akupunkturpunkt ist der elektrische Hautwiderstand herabgesetzt.
- Im Akupunkturpunkt werden u.a. Zug- und Druckänderungen lokaler und systemischer Art
registriert und autonom über Nervenreflexe, bei stärkeren Reizen über Zuschaltung übergeord -
neter Zentren reguliert. Unter unphysiologischer Belastung können sich Akupunkturpunkte als
schmerzhafte Triggerpunkte bemerkbar machen.
- Akupunkturpunkte sind Fenster zum Grundsystem und Organe der Grundregulation.
Akupunktur ist eine Methode der Erfahrungsheilkunde. Traditionell nennt man die Stellen, die man bei
der Akupunktur nadelt, Akupunkturpunkte.
Das sind kleine Stellen, konstanter, definierter Lokalisation, die ursprünglich aus der Methode des -"Schmerzhaften - Punkt - Stechens" - gefunden wurden.
Erste Berichte über die Erfolge der Akupunktur finden sich aus der Zeit um 200 v.Chr.
Im Laufe der Zeit wurden immer neue Punkte gefunden und teils durch Therapieerfolge bestätigt.
Man fand heraus, daß bestimmte Schmerzen immer wieder gleichen Hautarealen entsprachen.
Diese Stellen lagen von der schmerzenden Stelle auch durchaus entfernt. Ein Schulterschmerz wurde z.B. durch einen Punkt an der Außenseite des Beines behandelt.
In der chinesischen Tradition wurden 361 Akupunkturpunkte genannt.
Tatsächlich wird die Gesamtzahl der Punkte mit etwa 750 angegeben, für die tägliche Routine aber
nur ein Bruchteil dieser Punkte benötigt.
Die Akupunkturpunkte haben im Chinesischen zwar wunderschöne und klangvolle Namen und sind in
ihrer Lokalisationsbeschreibung recht eindeutig, aber leider nicht leicht zu erlernen.
Deshalb wird seit einigen Jahren versucht, die verschiedenen Punktbezeichnungen in Ost und West
zu vereinheitlichen und übersichtlicher zu gestalten.
Dazu werden die Punkte nummeriert und ihrer Lage auf einem der Meridiane (s.u.) entsprechend
bezeichnet, z.B. Di 1 entspricht dem 1. Akupunkturpunkt des Dickdarm-Meridians und liegt auf der Innenseite des Zeigefingers im Nagelwinkel.
Die Punktebezeichnung, die in dieser Übersicht benutzt werden, entsprechen der österreichischen
Schule, die von Prof. Bischko aus Wien im wesentlichen begründet wurde.
Der Begriff des Meridians sei noch grob erläutert.
Die Meridiane verbinden Akupunkturpunkte, die den gleichen Bezug zu einem Organ oder einer Funktionsgruppe haben.
Somit können auch Meridiane einem Organ oder einer Funktionsgruppe zugeteilt werden.
Mittlerweile ist man auch der anatomischen Struktur der Meridiane auf der Spur.
Danach liegen die klassischen Akupunkturpunkte entlang kinetischer faszio-myo-tendinöser Ketten, die mit dem Verlauf von Meridianen identisch sind.
Es gibt im wesentlichen 12 Meridiane, die paarig angeordnet sind, das heißt spiegelbildlich gleich auf der linken und rechten Körperhälfte.
Die 12 Haupt - Meridiane sind:
Lungen -
Dickdarm -
Magen -
Milz - Pankreas -
Herz -
Dünndarm -
Blasen -
Nieren -
Kreislauf/ Sexualität -
Dreifacher Erwärmer -
Gallen -
Leber - Meridian
Nach altchinesischer Vorstellung kreist in diesen Meridianen die Lebensenergie.
Wie alle Dinge des uns umgebenden Universums, ist auch sie aus zwei einander entgegengesetzten Kräften oder Prinzipien zusammengesetzt.
Diese beiden polaren und sich ergänzenden Kräfte werden als YIN und YANG bezeichnet.
Yin kann nicht ohne Yang sein und Yang nicht ohne Yin.
Die vollkommene Ausgeglichenheit beider Kräfte stellt den idealen Gesundheits zustand dar.
Beispiele für:
Yin Yang
Mond Sonne
Nacht Tag
unten oben
weiblich männlich
Erde Himmel
Dunkelheit Licht
Stoffliches Aktives
Materielles Dynamisches
innen außen
Speicherorgane Hohlorgane
Ruhe Bewegung
u.v.a.
Symbolisch wird das Wechselspiel von Yin und Yang durch das Zeichen der Monade oder das
Fuchi-Zeichen dargestellt.

Durch Unterbrechungen oder Stauungen in diesem Energiefluß sollen Krankheiten verursacht werden.
Die Akupunktur soll helfen, den Fluß der Lebensenergie wieder in Schwung zu bringen, Stauungen oder Mangel zu beseitigen und Yin und Yang auszugleichen.
Die 12 Haupt - Meridiane werden ebenfalls in 6 Yin - und 6 Yang - Meridiane unterteilt.
YIN - Meridiane: YIN - Meridiane befinden sich an der Körper - Innenseite auf Brust und Bauch
Lu - Lungen -
MP - Milz - Pankreas -
H - Herz -
KS - Kreislauf - Sexualität Die 6 YIN - Meridiane, die den Speicherorganen zugeordnet sind
N - Nieren - dienen nach traditioneller Vorstellung der Herstellung und Speicherung
Le - Leber - der wichtigsten Lebensstoffe wie Qi, Blut u.a. Körperflüssigkeiten.
YANG - Meridiane: YANG - Meridiane befinden sich an der Körper - Außenseite
Di - Dickdarm - auf dem Rücken am Kopf
M - Magen -
Dü - Dünndarm -
B - Blasen -
3 E - Dreifacher Erwärmer Die 6 YANG - Meridiane, die den Hohlorganen zugeordnet
G - Gallen - sind, dienen hauptsächlich der Aufnahme, Verdauung,
Transport und Ausscheidung von Ballaststoffen.
Dabei ist jeweils ein Yin - Meridian mit einem Yang - Meridian gekoppelt und beginnt oder endet an
der Spitze der Finger oder Zehen.
Die Energie kreist in den 12 Meridianen in einem vorgezeichneten Rhythmus, wobei jeweils
während zweier Stunden jeder Meridian sich in seinem Maximalzustand befindet.
